Kalis Riten Revue

Tanz-Performance mit Masken, Videos und lebensgroßen Puppen



Uraufführung: Berlin, Sonntag, 27.2. 2011, 16.00 Uhr, Sophiensaele, Virchowsaal
Sophienstr. 18, 10178 Berlin
100 Grad Festival des Freien Theaters

Eine Einfrau-Verwandlungs-Revue
mit Maskenperformance, Puppen-/Tanztheater, indischem Tanz und Videoprojektionen
Dauer: 45 Minuten

Konzept, Performance, Masken- und Puppenbau, Kostüm, Videoprojektionen, Text:
Carolin Gödeke

Musik: Dr. Nojoke (“podest”, “Barbylon”,“le plateau du temps”, “exorcise one”); L.R. Aiyshwarya (“Kali Amma”); A.R. Rahman (“Satrangi Re/Dil Se”); Kim Hiorthoy (“Det blev fel”)

Durch das Programm führt die indische mythische Göttin Kali, bekannt als ungebärdige Tänzerin sowie als Herrin über Anfänge und Enden. Sie macht sich auf eine virtuelle Reise, um verschiedene Mythen und Rituale um Jenseits, Tod und Verwandlung zu erforschen und dem Publikum vorzustellen.

Kali, eine hinduistische Todes- besser gesagt Ewigkeitsgöttin, lebt in zahlreichen Legenden über ihre Kämpfe mit den verschiedensten Geisterdämonen.
Sie ist, nicht nur in Indien, bekannt für ihre wilden Tänze, die sie am liebsten an Stätten des Todes wie Friedhöfen oder Leichenverbrennungs-Plätzen abhält.
Im Laufe der Performance macht die Moderatorin Kali das Publikum bekannt mit solch “jenseitigen” Charakteren wie Vogelgeistern oder Wolfsfrauen, sowie mit ihrer tanzenden Puppe Kali die Zweite, die mit dem Liebestod aus Bollywood ringt.

Die Performance-Revue thematisiert den Umgang mit dem Tod als Transformation in einigen außereuropäischen Kulturkreisen: Der Tod als Teil des ewigen Kreislaufs im asiatischen Kulturraum, und die Welt der Geister als das Jenseits, das das Diesseits permanent beeinflusst, bei verschiedenen indigenen Kulturen.

Die Aufführung ist als szenische Collage strukturiert. Stellenweise werden auch die Zuschauer in die Aufführung miteinbezogen, sie lernen indische rituelle Handgesten (Mudras) mitsamt ihrer Bedeutung kennen und üben diese ein.

Die Performance greift vermeintliche Ursprünge des Theaters in der Kommunikation mit mythischen, numinosen Bereichen auf. Sie formuliert Sehnsüchte nach den Geheimnissen um die Zusammenhänge von gegenseitiger Transformation von Materiellem und Spirituellem und bezieht sich hierbei auf das Jahrtausende alte Bedürfnis des Menschen, mit seiner Umwelt über szenische Darstellung und Theater(-ritual) zu kommunizieren.

Hierbei führt das Spannungsfeld zwischen “archaischen Ritualen” und “Theater-Revue” auf spielerische Art und Weise immer wieder zu unerwarteten Brüchen.

Ein facettenreicher, überraschender Performance-Abend, der die Themen Tod und Transformation mit Leichtigkeit und Fantasie in den Theaterraum bringt und so auf spielerische Art und Weise auch die Frage nach zeitlosen, magischen Impulsen der “Darstellenden Künste” stellt.


Fotos: Yvonne Reittinger www.if-land.de, Karin Kasböck